Schloss Einstein Casting

Das erste Mal vor der Kamera stehen, mit anderen Schauspielern zusammenarbeiten und wirklich aktiv bei einer Serie mitwirken: Wie viele träumen wohl davon?

Heute habe ich meinen ersten Schritt in die richtige Richtung dafür gemacht und an einem Casting teilgenommen, für Schloss Einstein. Ausgestrahlt auf Kika, auch bekannt als der Kindersender von ARD und ZDF in Deutschland.

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Los ging der Tag damit, dass ich kaum geschlafen habe. Vielleicht vor Aufregung. Frisch geduscht, Zähne geputzt, saß ich irgendwann vor meinem Kleiderschrank: Was zieht man nur an? Es wurde farbige, aber unauffällige Kleidung verlangt. Letztendlich entschied ich mich für eine einfache Jeans und mein Lieblingshemd.

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So bin ich dort aufgetaucht… 🙂

Gegen 13 Uhr sind wir mit dem Zug gefahren. Wir? Das bezieht sich auf mich und meine Mutter: Ich hatte mir Unterstützung geholt, weil ich mich – und ich gebe es zu – alleine nicht wirklich traute. Vermutlich hätte ich es zwar gemacht, aber ich wäre wesentlich weniger selbstbewusst an die Sache herangegangen. Unser Ziel war Erfurt in Thüringen, genauer gesagt das KinderMedienZentrum.

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Beim letzten Mal, als ich online nachzählte, waren schon über 500 Kinder beim Casting angemeldet, alle im Alter von 12-18 Jahren. Wie sollte ich es da nur schaffen? Und die erste Runde des Castings sollte aus Improvisation bestehen: Das war nicht mein Spezialgebiet und das wusste ich sehr wohl.

Ehrlich gesagt: Ich hatte ein wenig Angst. Ich hatte nur grob eine Ahnung, was mich erwarten würde. Was jedoch genau auf mich zukam – davon hatte ich keinen Schimmer. In meinem Kopf spielten sich kleine Horrorfilme ab: Wie ich mich blamiere, wie ich etwas falsch mache, wie ich alles vergesse und wie ich es verpatze. Alles, während wir mit der Straßenbahn dem Casting immer näher rückten.

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Als meine Mutter und ich an der besagten Haltestelle ausstiegen, begannen wir den Schildern zu folgen, die uns mit Pfeilen zeigten, wo wir hinzugehen haben (s. oben; Bild 1).

Dort angekommen landeten wir in einem einigermaßen gefühlten Warteraum. Von zwei freundlichen, jungen Damen wurde ich begrüßt und gefragt, ob ich einen Termin festgelegt hatte. Nachdem diese Sache geklärt war, reichte ich ihnen meine Einverständniserklärung von meinen Eltern, die man benötigte, um am Casting teilzunehmen, ebenso wie ein ausgefülltes Formular mit Namen, Geburtstag, Wohnort, E-Mail, Telefonnummer, Hobbies, Erfahrungen in der Theater- und Filmbranche, Größe, Gewicht, Konfektion,… blablabla – jedenfalls vielen wichtigen Informationen. Und einem schönen Bild von mir. 😉

Dann bekam ich meine „Startnummer“. Die nette Zahl 219 – hieß, dass 218 Leute schon vor mir da waren und etliche würde mir noch folgen. Währenddessen wurde mir erneut bewusst, wie groß das Ausmaß dieses Castings war.

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Eine stolze 219! Vielleicht meine neue Glückszahl… wir werden es sehen.

Während ich mich schon einmal auf langes Warten einstellte, las ich ein weiteres Kapitel meines Buches, betrachtete nervös meine Fingernägel und beobachtete die „Konkurrenz“. Es waren sehr viele Mädchen, aber auch ein paar Jungs. Die Mädchen waren meist jünger als ich, die Jungs meist älter. Obwohl es einige gab, die echt nicht schlecht aussahen. 😀

Jedoch wirkten alle aufgeregt und nervös – was sie wiederum sympathisch mir gegenüber machte. Die meisten waren wohl auch zum allerersten Mal dabei. So wie ich. Ein Frischling.

Dennoch verflog die Zeit und schneller als ich gehofft hatte, wurde meine Zahl aufgerufen. Zusammen mit der 212, der 214, der 223 und 224. Zu fünft wurden wir in einen benachbarten Raum geführt.

Ein Plus nebenbei: Alles war schön sauber, ordentlich geheizt und die Stühle waren bequem.

Dort begrüßte uns ein netter Herr, welcher sich vorstellte und jede Frage beantwortete, die wir noch hatten. Dabei stellte sich dann heraus, dass die Castingteilnehmer aus ganz Deutschland zu kommen schienen. Die 212 kam aus Niedersachsen und war 11 Jahre alt, die 224 kam aus Berlin und war 18 Jahre alt, die 214 kam aus Koblenz, … Doch die Mädchen waren wirklich nett. Es war nicht so, dass man sich gegenseitig versuchte mit Blicken umzubringen, damit der andere das Casting nicht bestand.In Wahrheit gab es immer wieder nervöse Blickwechsel, ermutigendes Zulächeln, dass von unserer Unsicherheit zeugte und kleinere Lacher, um die Angst zu überspielen.

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Meine Fingernägel hätte ich abgekaut in dem Moment – wenn ich noch welche hätte. Die sind bei der letzten Doctor Who Folge wegen zu großer Spannung leider draufgegangen^^.

Dann ging es los; alles wurde sehr gut und leicht verständlich erklärt. Zuerst musste man sich mit einer Tafel, welche nochmal die Castingnummer zeigte, an die Wand stellen. Ein Scheinwerfer erleuchtete mein Gesicht, während eine kleine Kamera auf mich gerichtet war. Das Erste war ein Foto – damit war der leichte Part abgeschlossen. Dann bekamen wir die Aufgabe, nochmals unseren Namen, Alter, Wohnort zu sagen – in die Kamera. Dann die Hobbies und ob wie schon Erfahrungen in dieser Branche haben. Oder leicht gesagt: Einfach die Fakten, die auf dem Formular von uns standen.

Ganz einfach, easy, möchte man denken. Ha – dachtest du wohl! Von wegen … Ich begann mit Namen, Alter und Wohnort und dann hatte ich schon vergessen, was wir sagen sollten. „Ähm…“ war das nächste Wort, bei dem mein Blick unsicher im Raum umherhuschte, um sich daran zu erinnern, was wir nochmal sagen sollten. Ich erwähnte, dass ich schon Erfahrungen auf der Bühne hatte, aber noch nie vor der Kamera stand, dass ich eine Theatergruppe besuche und leidenschaftlich schauspielere, ein wenig Geräteturnen kann (*hust* Ich war für rund 11 Jahre in einem Verein; doch für das Theater stieg ich aus.*hust*). Dann war ich an dem Punkt angelangt, wo ich den Mann, der uns begrüßt hatte, nur noch hilfslos anstarrte. Er sagte zum Glück, dass das eigentlich schon alles war, was man wissen wollte. Im Gegensatz zu den meisten meiner vier weiteren Konkurrentinnen im Raum wurden mir keine zusätzlichen Fragen gestellt, was ich mal als positives Zeichen werte. Hoffe ich doch …

Bevor wir in den zweiten Raum entlassen wurden, fragte der Herr, ob wir noch immer so nervös wären. Alle lachten leicht und schüttelten den Kopf. „Nein“, sagten sie. Um die Wahrheit zu sagen: Ich war genauso nervös wie zuvor, aber ich schüttelte auch den Kopf. Vielleicht half es ja, wenn ich mir einredete, dass dem nicht so wäre.

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Im nächsten Raum wurde wieder die Kamera auf uns gerichtet …

Ein zweiter Mann, ebenfalls sehr nett und freundlich, hieß uns herzlich willkommen und erklärte, wie die nächsten Schritte ablaufen würden. Die erste Stufe des Castings: Improvisation.

Zunächst einzeln und dann in der Gruppe. Bei der Einzel-Impro bekam jeder immer einen Märchencharakter zugewiesen, musste zwischendurch auf eine erneute Wendung der Handlung reagieren und durfte dann wieder Platz nehmen. 224 war die böse Stiefmutter bei Schneewitchen, musste erst darauf reagieren, dass der Spiegel ihr erklärte, Schneewitchen wäre schöner und danach darauf, dass der Spiegel sich geirrt hatte und sie doch die Schönste ist. Ich bekam Rapunzel, die seit Ewigkeiten in dem Turm eingesperrt ist. Ich begann damit, dass ich mich langweile, nichts mehr zu tun habe, alle Bücher gelesen und alle Wände bemalt habe und mir nichts mehr bliebe. Dann wurde eingeworfen, dass ich aber jeden Nachmittag einen Prinzen beobachtete. Ich sprach weiter, dass er so schön frei wäre und ich ihn deswegen beobachte, weil er immer neue Dinge machen kann, während ich eingeschränkt bin. Mit der Hoffnung, dass sich das irgendwann ändern kann, schloss ich meine Improvisation ab. Und bekam sogleich von einer „Konkurrentin“ zu hören: „Du bist so gut!“ Danach kamen noch Aschenputtel, des Fischers Frau, die immer mehr will und die Prinzessin von Drosselbart. Danach hatte jeder seinen kleinen Einzelauftritt hinter sich und ich war echt zufrieden mit mir.

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Sicher mache ich mich als rothaarige Rapunzel nicht sooo schlecht …

Dann kamen noch zwei Gruppenimprovisationen. Bei der Ersten ging es um eine Talentshow, beim zweiten Mal war es der erste Tag nach den Sommerferien, wo es wieder zur Schule ging. Das lief alles, denke ich. Ich habe immer versucht mein Bestes zu geben und zu zeigen, was ich drauf habe. Mehr kann ich nicht machen. Tatsächlich war es interessant und mit den Mädels hat es wirklich Spaß gemacht. Am Ende haben wir uns mehr oder weniger verabschiedet, uns gegenseitig viel Glück und Erfolg gewünscht.

Letztendlich war das Casting eine sehr schöne Erfahrung, egal ob ich nun weiterkomme oder nicht. Wenn nicht, bekomme ich eine E-Mail, wenn ja, dann bekomme ich ein Anruf. Alles erfahre ich aber leider erst Ende März. Möglicherweise wird schon in der zweiten Runde entschieden, wer welche Rolle bekommt. Aber mal sehen, ob es etwas wird – schließlich haben sich etwa 1000 Kinder beworben, wie ich erfuhr.

Ich halte euch auf dem Laufenden! 🙂

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